03.09.2026

„Hospiz macht Schule“: Kinder behutsam an die Themen Abschied, Sterben und Trauer heranführen

Das Saarbrücker Hospizgespräch gibt Einblicke in das bewährte Schulprojekt, stellt die inklusive Weiterentwicklung vor und wirbt um neue ehrenamtliche Mitwirkende

Wie können Kinder altersgerecht und ohne Berührungsängste mit den Themen Krankheit, Sterben, Tod und Trauer in Kontakt kommen? Genau hier setzt das Projekt „Hospiz macht Schule“ an. Im Rahmen des Saarbrücker Hospizgespräches stellten drei engagierte Referentinnen der Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz Saarland e.V. die Entstehung und Entwicklung des Projekts vor, berichteten aus ihrer praktischen Arbeit und gaben einen Einblick in die konkrete Umsetzung an Schulen.

Bevor die eigentliche Projektarbeit mit den Kindern beginnt, steht zunächst der Austausch mit den Eltern im Mittelpunkt. Bei einem von der jeweiligen Lehrperson organisierten Elternabend informieren die Projektverantwortlichen ausführlich über Inhalte und Ablauf. Dabei besteht insbesondere die Möglichkeit, Fragen zu stellen, Unsicherheiten anzusprechen und mögliche Bedenken gemeinsam zu besprechen. Denn gerade bei sensiblen Themen wie Sterben und Trauer ist es wichtig, Eltern von Beginn an mitzunehmen und Transparenz zu schaffen.

Anschließend stellten die Referentinnen die insgesamt vier Projekttage von „Hospiz macht Schule“ näher vor. Die Kinder setzen sich dabei auf vielfältige und vor allem kindgerechte Weise mit den unterschiedlichen Themen auseinander. Es wird gemeinsam gesungen und gebastelt, Geschichten werden vorgelesen und kurze Filme gezeigt. Auch eine Fantasiereise gehört zum Programm. Auf diese Weise entstehen unterschiedliche Zugänge, die es den Kindern ermöglichen, sich ihren eigenen Fragen und Gedanken zu nähern, Gefühle auszudrücken und miteinander ins Gespräch zu kommen. Dabei geht es nicht darum, Angst vor schwierigen Themen zu erzeugen. Vielmehr soll deutlich werden, dass Krankheit, Abschied, Tod und Trauer zum Leben gehören und dass darüber gesprochen werden darf.

Einen Ausblick gab es zudem auf die Weiterentwicklung des Projekts. Mit „Hospiz macht Schule – Inklusiv“ ist ein neues Angebot geplant, das erstmals im Jahr 2027 durchgeführt werden soll. Damit soll das bewährte Konzept künftig noch mehr Kindern zugänglich gemacht und an unterschiedliche Bedürfnisse angepasst werden. Damit „Hospiz macht Schule“ weiter wachsen und möglichst viele Schulen erreichen kann, braucht es jedoch Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten. Die Referentinnen warben deshalb ausdrücklich darum, das Projekt weiterzutragen und im persönlichen sowie beruflichen Umfeld darauf aufmerksam zu machen. Gesucht werden insbesondere ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter, die bereit sind, sich speziell für die Mitarbeit bei „Hospiz macht Schule“ weiterbilden zu lassen. Die entsprechende Qualifizierung umfasst zwei Veranstaltungstage.

Auch die Hospizakademie Saar wird diese Ausbildung im Jahr 2027 in ihr Programm aufnehmen. Die konkreten Termine werden spätestens zum Jahresende auf der Homepage veröffentlicht.

Wie wichtig den drei Referentinnen „Hospiz macht Schule“ persönlich ist, war während der gesamten Veranstaltung deutlich spürbar. Mit viel Begeisterung berichteten sie von ihren Erfahrungen und davon, wie wertvoll die Begegnungen mit den Kindern für alle Beteiligten sein können. Zum Abschluss richteten sie den Blick auch auf die Zukunft und formulierten ihre Wünsche für das Projekt. Dazu gehören unter anderem bessere Möglichkeiten der finanziellen Förderung, beispielsweise über geeignete Fördertöpfe. Ebenso wünschen sie sich mehr Verständnis und Unterstützung für Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren und für ein solches Projekt gegebenenfalls auch einmal eine Woche außerhalb der üblichen Planung an ihrem Arbeitsplatz fehlen. Vor allem aber hoffen die Referentinnen, dass sich künftig noch mehr Menschen für eine entsprechende Qualifizierung entscheiden und ihre Zeit und Erfahrung ehrenamtlich in das Projekt einbringen.

Dass das Thema auf großes Interesse stößt, zeigte sich auch an der Beteiligung des Publikums. Bereits während der Veranstaltung wurden immer wieder interessierte Fragen gestellt und einzelne Aspekte gemeinsam vertieft. Auch nach dem offiziellen Ende war der Austausch noch lange nicht vorbei. In persönlichen Gesprächen wurden Fragen weitergeführt, eigene Erfahrungen geteilt und einzelne Themen intensiver diskutiert.

Das Saarbrücker Hospizgespräch machte damit einmal mehr deutlich, wie wichtig Angebote wie „Hospiz macht Schule“ sind: Sie schaffen Räume, in denen offen über Themen gesprochen werden kann, die häufig noch mit Unsicherheit verbunden sind – und tragen dazu bei, bereits jungen Menschen einen natürlichen und vertrauensvollen Umgang mit Abschied, Sterben und Trauer zu ermöglichen.