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Was Menschen am Lebensende brauchen

Nachlese Saarbrücker Hospizgespräch September 2018

„Bieten Sie Ihrem Angehörigen einen Eiswürfel mit seinem gefrorenen Lieblingsgetränk als Erfrischung an.“ „Versuchen Sie nachzuempfinden, wie es sich anfühlt bewegungsunfähig mit dem Kopf nach oben stundenlang eine weiße Decke anzustarren.“ So einfach wie eindringlich waren die Worte, die die Referentin Gertrud Kiefer, Hospizleitung des St. Jakobus Hospiz, bei ihrem Vortrag im Rahmen des Saarbrücker Hospiz Gespräch fand.

Wie können Angehörige oder Pflegende sterbenden Menschen begegnen und Ihnen über die medizinische Versorgung hinaus Wohlbefinden und persönliche Ansprache zu Teil werden lassen?

„Basale Stimulation“ lautet der Fachbegriff für ein Konzept, das schwer beeinträchtigten Menschen helfen soll und eine ganzheitliche körperorientierte Kommunikation fördert. Dabei geht es darum, die Sinneswahrnehmung auf unterschiedlichen Ebenen zu aktivieren, um in Kontakt zu treten. „Machen Sie gute Biographiearbeit“, rät die Expertin.

„Wenn Sie wissen, welche Musik, Speisen oder Gerüche ein schwerkranker Mensch beispielsweise mag, dann können Sie entsprechende Angebote machen.“ Das Konzept kann nicht nur für Mitarbeiter in der Medizin und Pflege sondern auch für Angehörige eine gute Stütze sein. Oftmals fühlen sich Angehörige hilflos im Umgang mit ihren sterbenden Angehörigen. Die Stimulation der Sinneswahrnehmung sei es durch eine Handmassage, ein behutsames Umlagern auf die „Lieblingsseite“ oder den Duft einer Pflanze kann viel Fürsorge und Wertschätzung auch ohne Worte vermitteln.

Jeden letzten Montag im Monat findet das Saarbrücker Hospizgespräch in der Ärztekammer für ein interessiertes Publikum statt.

Der nächste Termin ist am 29.10.2018.
Prof. Dr. Sven Gottschling, Chefarzt Zentrum für Palliativmedizin und Kinderschmerztherapie, wird über seine Erfahrungen mit der altersübergreifenden Palliativversorgung berichten.